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05.12.2018
Messstation: Fraktion fühlt sich bestätigt
Anlage am Heiligengeistwall liefert verzerrte Ergebnisse – Überprüfung dringend notwendig
Die aktuelle Kritik an der Messstation am Heiligengeistwall bestätigt erneut die Bedenken der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Oldenburg. „Schon zu früheren Zeitpunkten haben wir darauf hingewiesen, dass der Standort aus unserer Sicht zu verzerrten Messergebnissen führt“, sagte der Fraktionsvorsitzende Olaf Klaukien. Grundsätzlich bezweifelt die Fraktion, dass die Positionierung der Anlage den Kriterien der Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BIMSchV) entspricht.
Nur heiße Luft? Die CDU-Fraktion bezweifelt die Aussagekraft der Messergebnisse am Heiligengeistwall.

So beeinflussen zum Beispiel die Bäume und Gebäude in unmittelbarer Nähe der Messstation den Luftstrom im Umfeld vermutlich negativ. Zudem seien die Ergebnisse nicht repräsentativ für eine Fläche von mehreren Quadratkilometern, wie in der Verordnung gefordert. Selbst beim „Oldenburg Marathon“ Mitte Oktober, als der Wall für den Autoverkehr gesperrt war, hatte die Anlage erhöhte Messwerte angezeigt.

Zudem befindet sich der sogenannte Messrüssel in einer Höhe von 1,43 Meter und ist damit eindeutig zu niedrig angebracht. „Dadurch strömen die Abgase quasi direkt in die Anlage und verfälschen das Bild“, kritisierte Klaukien. Es sei somit höchste Zeit, dass die Station - wie vom Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies angekündigt - geprüft werde.

Seit Jahren liegen die am Heiligengeistwall gemessenen Stickoxid-Werte permanent über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm, während die sogenannten Passivsammler im Stadtgebiet weitaus niedrigere Werte aufweisen. Dennoch dienen die Grenzwert-Überschreitungen in einem kleinen Bereich als vermeintlicher Beleg für die angebliche Luftverschmutzung in Oldenburg.

„Wir halten diese Schlussfolgerung aufgrund der oben genannten Einwände für problematisch“, bekräftigte Klaukien die CDU-Position: „Daraus dürfen wir erst recht nicht die Forderung nach einer Umweltzone mit Fahrverboten ableiten.“